USA Teil 2: Kalifornien, Tag 2. Die Wüste

Im April 2011 habe ich zwei Wochen in Amerika verbracht.

Von unserem „Stützpunkt“ San Diego aus ging es in Tages-, manchmal auch Mehrtagesausflugen in diverse Nationalparks, die Küste hinauf und bis nach Arizona und Nevada.

Damals war ich noch mit einer im Vergleich zum heutigen Stand recht bescheidenen Fotoausrüstung unterwegs. Die Bilder sind mit einer Nikon D3100 entstanden.

Da es einfach zu viele Bilder für nur einen Beitrag sind werde ich es auf mehrere Posts verteilen.

Nach Teil 1 folgt hier nun Teil 2 meines Berichts.

Am zweiten Tag führten uns unsere Gastgeber in eine uns völlig fremde Welt, die wir bisher nur aus dem Fernsehen kannten. Konnten wir den Vortag noch bei angenehmen Klima am Strand und im grünen verbringen erwartete uns nach einer „kurzen“ Autofahrt das exakte Gegenteil.

„Kurze Autofahrt“? In Amerika sind die landschaftlichen Dimensionen so immens, das Autofahrten unter 2-3 Stunden als Kurzstrecke angesehen werden.

Auf der Fahrt liessen wir zuerst die unzähligen bebauten Hügel San Diegos hinter uns um dann auch irgendwann die Interstates und Highways hinter uns zu lassen. Auch die grünen Wiesen und Bäume wurden immer weniger, die Landschaft verwüstete zusehens und auf einmal waren wir inmitten des Nirgendwos. Sand und Ödnis wohin das Auge blickt, unterbrochen nur von Felsen und gelegentlichen halbvertrockneten Dornengestrüpp.

Ohne Ortskenntnis und vor allem einem großen Trinkwasservorrat sollte man sich hier nicht hin begeben. Selbst das Navi warf entfernt das Handtuch und zeigte nur noch „Offroad“. Als Lebensretter waren alle paar Meilen am Straßenrand verschlossene Regentonnen deponiert, da hier ausser ein paar Verrückten fast keine Menschenseele hin kommt. Handyempfang gibt es auch nicht und so bleibt einem bei einer Panne oder einem Unfall nur Beten und halt die Tonnen mit abgestandenem Wasser als Lebensretter.

Unsere Gastgeber waren dort schon öfters für Wanderungen und kannten die Gegend daher. Das für den Ausflug der moderne Hybrid-Flitzer links liegen gelassen und zum dicken SUV gegriffen wurde erschien uns spätestens jetzt verständlich; ohne Allradantrieb ist man aufgeschmissen.

Für mich war es das erste Mal in der Wüste. Obwohl es relativ kalt war (lt. Thermometer ca. 10°C) hat man in der durch nichts gehinderten Sonne geschwitzt. Ein großer Sonnenhut und eine gut filternde Sonnenbrille sind neben einem großen Wasservorrat unverzichtbar. Die Luft ist unglabulich trocken gewesen und schon nach wenigen Minuten griff ich zum ersten Mal nach der Wasserflasche im Rucksack – es sollte nicht das letzte Mal bleiben, nach einigen Stunden Wandern über die Hügel, Berge und Täler waren meine Wasservorräte aufgebraucht und ich heilfroh das wir im Auto einen 20 Liter Kanister mit Wasser dabei hatten.

Auf der Rückfahrt führten uns unsere Gastgeber noch zum nächsten Kulturschock. Von der ewigen Ödnis ging es in das beschauliche alte Dörfchen Julian, welches nach einer längst vergangenen Zeit der Goldsuche sich seit Jahrhunderten auf den Anbau von Äpfeln spezialisiert hat und dessen Bewohner nicht nur noch immer wie die alten Cowboys mit Pferdekutschen umher fahren sondern für die Gäste alles mögliche mit und aus Äpfeln feilbieten. Saft, Kuchen und Trockenobst ist nur ein Teil des Angebots.

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